Großartige Neuigkeiten vor dem Sommer

Transsexualität soll im künftigen ICD11 nicht mehr als psychische Erkrankung geführt werden:

Im Juni gab die WHO bekannt, dass Transsexualität im ICD11 (tritt voraussichtlich mit 1. Jänner 2022 in Kraft) nicht mehr als psychische Erkrankung geführt werden soll. Statt dessen soll es eine eigene (neue) Kategorie geben, die sich mit sexueller Gesundheit befasst. In dieser wird „Geschlechts-Inkongruenz“ als mögliche Diagnose wie folgt beschrieben: „deutliche und anhaltende mangelnde Übereinstimmung zwischen dem erlebten und dem zugewiesenen Geschlecht“.

Zuletzt wurde der Katalog in den 90er Jahren überarbeitet, eine Anpassung an die Lebensrealität vieler Menschen, war bereits dringend notwendig. Wir freuen uns sehr über diese Nachrichten, und hoffen, dass diese Entscheidung dazu beiträgt, die Stigmatisierung von Trans*-Personen abzubauen und ihnen den Zugang zu diversen medizinischen Hilfestellungen zu erleichtern.

weitere Informationen zum Thema findet ihr unter folgenden Links:

TransX – Verein für Transgender Personen

WHO – Weltgesundheitsorganisation

ICD11 – zukünftiger Katalog der WHO

Österreich führt das dritte Geschlecht ein:

Ein weiterer Grund zur Freude, ist das vom Verfassungsgerichtshof veröffentlichte Urteil, über die Einführung des dritten Geschlechtes in Österreich. Zukünftig sollen Geschlechtseintragungen im Personenstandsregister nicht mehr auf „männlich“ und „weibliche“ beschränkt sein, sondern eine weiter Kategorie soll bereitgestellt werden. Wie diese dritte Option heißen wird, hat der VfGh nicht vorweggenommen. Eine weiter wichtige Erkenntnis des Gerichtes war, dass für eine Eintragung der dritten Option keine medizinischen Atteste nachgewiesen werden müssen. Somit schließt dieses Urteil an das aus dem Jahr 2009 stammende Urteil des Verwaltungsgerichtshofes an, das besagt hat, dass körperliche Merkmale keine Rolle bei der Personenstandsänderung von Trans*Personen spielen dürfen. (damit einher ging das Wegfallen medizinischer geschlechtsangleichender Eingriffe, die davor verpflichtend (!!!) waren).

Diese Änderung soll auch dazu beitragen, dass Eltern von intergeschlechtlich geborenen Kindern, weniger Druck ausgesetzt werden, ihrem Kind einem der (vermeintlich) beiden Geschlechter zuzuordnen. Nun haben sie die Möglichkeit, die Eintragung des Geschlechtes offen zu lassen oder die dritte Option zu wählen und dem Kind so die Chance zu geben, das eigene Geschlecht selbst zu entdecken.

Weiter Informationen zum Thema findet ihr unter folgenden Links:

VIMÖ – Verein intergeschlechtlicher Menschen Österreich

VfGh – Entscheidung des VfGh

LAMBDA – Rechtskomitee LAMBDA Dr. Helmut Graupner